Kapitel 8:  Maathes unterwegs

 

Lieber Leser!
Wenn Ihnen noch ein Witz oder eine Geschichte einfällt, freue ich mich, wenn Sie mir schreiben. Einer Veröffentlichung mit Namensangabe des Verfassers steht dann wohl kaum was im Wege. Viel Spass!

Während des 1870er Krieges waren der Klaos und der Maathes einmal nach Wittlich gereist. Um die Mittagszeit sassen sie in einem Restaurant beim Essen. Salz und Pfeffer waren damals rar und wurden nicht ohne weiteres mitserviert. Während des Essens fragte Maathes den Kellner nach ein wenig Salz. Der griff in die linke Hosentasche und legte ein paar Körner auf den Tisch. Klaos fragte nach etwas Pfeffer. Der Kellner griff diesmal in die rechte Hosentasche und gab dem Klaos etwas Pfeffer. Auf einmal sagte Maathes: "Sao Klaos, et öss nure gut, dat m'r net nao Mostrich gefraot han."
 

                                                                                                                                                                                                    Willi Waxweiler, Wittlich, 2007
Auf der Napoleonsbrücke hat sich ein riesiger Menschenauflauf gebildet. Mittendrin Maathes und ein Fremder.
Fragt der Fremde: "Was ist denn hier passiert?"
Maathes: "E Framensch öss von d'r Brück gesprong!"
Sagt der Fremde: "Wie? Wohl aus Melancholie?"
Maathes: "Naan. Hei aus Olewig!"

                                                                 Peter Steffgen, Hillesheim, 2007
Maathes musste in einem kleinen Gasthaus in der Eifel übernachten. Morgens kam er ganz aufgeregt zum Wirt und sagte: "De ganz Naocht haon eich off'r duder Wanz geläjen."
Wirt: "Wat haot eich dann die Wanz gesteert, wenn se schunst dud waor?"
Maathes: "Jao, die dud Wanz haot meich net gesteert, awer die dausend anneren, die off et Begräbnis sei komm."
Maathes liess sich in Ruwer einen Zwetschgenschnaps geben, erhielt aber ganz gewöhnlichen Fusel, weshalb er dem Wirt zurief: "Dau Baobes, wat öss dat hei da fier en äkelig Zeig, dat kann jao kaan Deiwel trönken."
Wirt: "Här, seid als net esu bies, dir könnt jao denken, et wär e Quätschen." Maathes dreht sich erbost um und will weggehen.
Wirt: "He, Här, dir haot jao noch net bezaohlt."
Maathes: "O, dir könnt jao denken, eich hätt bezaohlt."
Maathes musste in einem kleinen Gasthaus in der Eifel übernachten. Morgens kam er ganz aufgeregt zum Wirt und sagte: "De ganz Naocht haon eich off'r duder Wanz geläjen."
Wirt: "Wat haot eich dann die Wanz gesteert, wenn se schunst dud waor?"
Maathes: "Jao, die dud Wanz haot meich net gesteert, awer die dausend anneren, die off et Begräbnis sei komm."

©1   Maathes hatte einmal Glück in der Lotterie. Die 100 Mark, die er gewonnen hatte, brannten ihm in der Tasche und er machte eine Spritztour an die Mosel. In dem Hotel, in dem er übernachten wollte, war nur mehr ein Bett in einem Doppelzimmer frei. Das gefiel dem Maathes schlecht. Abends bei Tisch lernte er dann seinen Zimmergenossen kennen: O Schreck, es war ein Neger, ein ganz Schwarzer. Und mit dem sollte er eine ganze Nacht alleine im Zimmer zubringen! Aus lauter Verzweiflung trank er sich einen Gehörigen an. Vorher hatte er dem Kellner  noch eingeschärft, ihn pünktlich um fünf Uhr zu wecken, damit er schon aus dem Zimmer sei, ehe der Schwarze wach würde. Als er sternhagelvoll unter den Tisch sank, machte ein Schalk ihn im Gesicht genauso tief schwarz wie sein Zimmergefährte, dann schafften sie den Maathes ins Bett.
Am anderen Morgen weckte der Kellner ihn auf die Minute. Maathes sprang sofort auf, zog sich an und wollte sich waschen. Als er nun sein Konterfei im Spiegel erblickte, schlug er vor Verwunderung die Hände über dem Kopf zusammen und schrie vor Ärger: "Eweil haot dä Schaofskopp dä Schwaorzen geweckt on meich leie gelaoss." Dann legte er sich wieder seelenruhig ins Bett und schlief seinen Rausch aus.

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Quelle der Zeichnungen: ©1 P. Gerth - ©2 A. Rentschler "Witze und Spässe vom Fischers Maathes" 1952