Kapitel 5:  Maathes und sein Pferd

                                             

Lieber Leser!
Wenn Ihnen noch ein Witz oder eine Geschichte einfällt, freue ich mich, wenn Sie mir schreiben. Einer Veröffentlichung mit Namensangabe des Verfassers steht dann wohl kaum was im Wege. Viel Spass!

Maathes hatte sein altes, klappriges Pferd mit genauso klapprigem, einachsigem Plateauwagen zur Mittagspause am Hauptmarkt abgestellt und ging seine Porz Viez trinken. Es war sengend heiss und die Viezpause dauerte nun schon mehrere Stunden. Das halb vertrocknete Pferd schwanke in der Sonne hin und her. Dann fiel es um und lag samt dem Wagen auf der Seite. Zwei Trierer Jungen beobachteten dies und rannten in die Wirtschaft um Maathes von dem Vorfall zu berichten: "Maathes, kumm emaol raus kucken, dei Pärd öss omgefaal!"   "Watt?" - lallte Maathes - "dat kann nöt sein!"
Die Jungen wiederholten: "Doch, kumm emaol raus on kuck selwerst". Maathes schlapte vor die Tür und sah seinen Gaul im Staub liegen. Da schaute er die beiden Jungen scharf an und meinte: "Dao haot ihr zweien awer draon gestuus?!".

                                                                                                                                                                                         Jürgen Mathar, Hillesheim, 2007

Maathes war nach Pluwig zu einer Kindtaufe eingeladen. Er sattelte sein Pferd und ritt in Erwartung einiger feucht-fröhlicher Stunden hin. Aber die Sache war noch feuchter und fröhlicher, als der Maathes gedacht hatte. Als er sein Pferd wieder aus dem Stalle zog, war es bereits früher Morgen. Maathes hatte so schwer geladen, dass er trotz aller Mühe nicht aufsitzen konnte. Auf einmal nahm er einen besonders guten Schwung und rief dabei: "Dir veerzehn Nothelfer, stieht m'r bei". Der Schwung aber war zu kräftig, und Maathes purzelte auf der anderen Seite wieder herunter. Im Aufstehen krummelte er: "Eich haon doch net gesaot, Dir veerzehn sollt all off aamaol kommen!" © 1
Mit seiner Droschke hatte Maathes ein besonders hübsches Mädchen mit einem alten hässlichen Mann zum Standesamt gefahren. Immer wieder drehte sich Maathes auf seinem Kutschbock um und rief der Braut zu:
"Mei Noamen öss Maathes - Fischers Maathes."
Als die Braut ihn beim Aussteigen fragte, warum er den Ausruf so oft wiederholt habe, sagte Maathes:
"Daomet dir mei Naomen behaalt on spieder net saot: D'n Deiwel haot meich off et Standesamt gefaohr."
Maathes hatte wieder einmal Pech mit seinem Gaul. Der war sehr krank, er frass und trank nicht mehr. Maathes ging tief betrübt zum Viehdoktor. Der verschrieb ein starkes Pulver, das Maathes mittels eines Blasrohrs von der Kehrseite aus dem kranken Pferd einblasen sollte. Am Abend wird der Viehdoktor zu dem Pferd und dem Maathes gerufen. Er findet das Pferd noch kränker, den Maathes aber auf dem Kanapee liegend, das Gesicht und die Augen stark geschwollen und über und über gerötet. Auf seine mitleidige Frage: "Herr Fischer, was ist denn Ihnen passiert?", brummt der Maathes: "Här Doktor, dat Pärd - -dat Pärd haot zeerscht geblaos."
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Quelle der Zeichnungen: © 1 P. Gerth - © 2 A. Rentschler "Witze und Spässe vom Fischers Maathes" 1952