Biografie von Mathias Joseph Fischer

                                             

Fischer, Mathias Joseph, genannt "Fischers Maathes", Kaufmann - geboren am 10. April 1822 in Trier, gestorben am 25. Februar 1879, heiratet am 27. April 1852 Maria Catharina Meckel - er besuchte das Gymnasium in Trier bis zur Tertia.

Dennoch wurde er 1848 in die Primanerkompanie der Bürgerwehr aufgenommen. Seine Verbindung zur Schule bestand weiter durch das der Schule benachbarte väterliche Buchbinder- und Schreibwarengeschäft, in dem er seine Lehre absolvierte. Später war Fischer als Kaufmann verschiedener Branchen tätig.

Geburtsurkunde Matthias Fischer vom 10. April 1822
Geburtsurkunde Matthias Fischer vom 10. April 1822

So betrieb er etwa 1849 einen Zigarrenladen in der Brotstrasse, 1852 einen Spezereiladen in der Simeonstrasse und übernahm
später den Kolonialwarenladen seines Schwiegervaters in der Hosenstrasse. Fischer war langjähriges Mitglied des Karnevalvereins "Heuschreck" in Trier, von dem er 1863 den
"Orden pour le Meerettig" erhielt.

Fischers Maathes ist noch heute im Trierer Raum durch seine Witze, lustigen Streiche und harmlosen Schalkheiten in Erinnerung, die bodenständigen Mutterwitz und kernigen Volkshumor ausdrückten. Allerdings werden ihm mancher Witz und manche Anekdote nachgesagt, die nicht von ihm stammen. Kennzeichnungen wie "Trierer Original" verkennen, dass Fischer eine deutlich fortschrittliche politische Einstellung hatte und dafür eintrat. So war er Mitglied des vorbereitenden Ausschusses des Trierer "Demokratischen Vereins" für die Wahlen 1848.
Vor allem war er der, der nach dem Scheitern der Revolution gemeinsam mit Edgar von Westphalen (Schwager von Karl Marx) die Unterlagen des "Demokratischen Vereins" und der Gemeinde des "Bundes der Kommunisten" im Weisshauswald vergrub und damit Trierer Bürger vor politischer Strafverfolgung bewahrte.

       Heuschreck-Brunnen, Trier
          Maathes am Heuschreck-Brunnen, Trier
Trierische Landeszeitung vom 25. Februar 1879
                               Trierische Landeszeitung vom 25. Februar 1879

In 'angeblich' geistiger Umnachtung nahm
Mathias Joseph Fischer in der Nacht zum Fastnachtsdienstag des Jahres 1879 sich selbst das Leben. Die Sterbeurkunde bestätigt den 25. Februar 1879 als Maathes' Todestag.

 
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Text-Quelle: auszugsweise aus dem Trierer Biographischen Lexikon
Quelle Geburtsurkunde: Archiv Standesamt Trier
Quelle Auszug Trierische Landeszeitung: Stadtarchiv Trier
Foto-Quelle: Heuschreck-Brunnen ©Peter Valerius, Kordel, 2005, Kulturdatenbank Region Trier